2 welten auf einer bank
am 27.8 hatte ich bereits über dieses projekt geschrieben und die flyer / plakate gepoastet. wer mehr dazu wissen möchte kann hier nochmals den vorherigen eintrag anschauen.
das theater hat mir sehr gut gefallen. ich war sogar etwas positiv überrascht von den schauspielern und deren umsetzung. das bühnenbild wirkte sehr weitläufig und war schon fast ungewöhnlich gross für so eine kleine aufführung. am meisten gespannt war ich allerdings auf den dialog zwischen der geschichte und der kulisse. es gab eine gute stimmung und es spielte schön ineinander, im grossen und ganzen hab ich mir in meinen planungsvorstellungen das ganze so vorgestellt. als einziges überraschte mich, dass die grosse landschaft (7m) sehr imposant wirkte – was mir schlussendlich gefiel aber nicht so geplant war…
jetzt könnte ich auch noch etwas zu meinen allgemeinen gedanken dazu schreiben. das bühnenbild sollte ein kurdisches dorf mit heruntergekommenen stein- und lehmhäuschen darstellen. mitten in einer fruchtbaren aber kargen landschaft etwas abgelegen für sich. als selber noch nie dortgewesener und aus einer komplett anderen kultur kommend würde mal sagen „eben ein kurdisches kaff”. ich wollte keine trockenen lehm- und steinwände malen weil das langweilig und nicht so mein ding gewesen wäre. ich suchte nach typischen formen, losgelöst von den wackeligen häusern. Ich wurde fündig auf kurdischen teppichen mit interessanten mustern, auf orientalischen vasen mit schönen ornamentalen verzierungen und in der einfachen kleidung des volkes für uns scweizer fremden farbkombinationen… so wurden die häuschen neu zusammengemischt. die einfachheit und das heruntergekommene der realität wollte ich aber sicher nicht ignorieren und setzte es mit einfachen hintergrundstrukturen auf die fassade. die fenster und türrahmen aus holz oder stein malte ich mit liebe zum detail auf den groben untergrund. es sollte eine verbindung von rauher oberfläche und dem harten alltag zum einfachen, aber herzlichen leben geben. die innenräume der fenster und türen heben sich von struktur und farbe bewusst von dem steifen und statischen bau ab und brechen aus dem vorgegebenen rahmen aus. vielleicht ist es eine eingesperrte kultur die sich ausdrücken möchte…
was auch immer, mit den mustern und ornamenten wollte ich den häusern noch etwas persönlichkeit geben. am besten gefallen mir allerdings die farbkombinationen wie graublau mit pink oder orange mit türkis.
die landschaft sollte etwas ganz anderes sein. zuerst dachte ich an eine nebellandschaft im morgengrauen wo nur die ebenen der bergketten verschachtelt hintereinander eine tiefe hervor bringen würden… das ganze in sehr hellen farben und wenig sättigung… ein schönes beispiel dafür, dass man nicht zu viel planen sollte und die farbe so nimmt wie sie beim ersten mischversuch herauskommt… nun haben wir mittags hitze, dafür ein strahlendes blumenfeld mit verspieltem fluss… ich denke das ganze bühnenbild hat seine ausstrahlung vor allem von der spontanen planung und experimentierfreude bekommen…
naja schaut selber, wobei das eigentliche erlebnis nicht mit den bildern verglichen werden kann…
die arbeit hat mir übrigens viel spass gemacht und war eine interessante neue erfahrung als gestalter und mensch unter menschen…
thx azad




